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Deutsche Bahn blamiert sich auf Erörterung

Vier Tage diskutierten die Bürger mit Vertretern der Deutschen Bahn um den geplanten Bau von Überlandstrommasten durch Altglienicke. Die Emotionen schlugen dabei hoch und es kam gelegentlich zu Tumult. Die Vertreter der Bahn waren derart schlecht vorbereitet, dass sie die Fragen der Altglienicker kaum beantworten konnten. Es wurde altes Kartenmaterial vorgestellt, in denen ganze Reihenhäuser und ein Kinderspielplatz fehlte und Fotomontagen gezeigt, auf denen Masten einfach weggelassen wurden. Die Bürger fühlten der DB jedoch auf den Zahn und wollten ihre Frage beantwortet bekommen. Gleich am zweiten Tag verstärkte die DB ihr Team mit einer zweiten Juristin. Von da an wurde nur noch mit Paragraphen geantwortet. Doch die Altglienicker ließen sich nicht einschüchtern und fühlten ihren Kampfgeist herausgefordert. Jedes Argument der Bahn wurde hinterfragt und dagegen argumentiert, in der Regel widerlegt. Frau Hauthal aus der Preußenstraße hielt eine bewegte Rede über den Bau der Bahntrasse und stellte richtig, dass die Vorbelastung der Bahn kein Argument für sondern gegen den Bau einer Stromtrasse sei. Doch die  DB wich den Argumenten aus oder schwieg ganz. Bezirksbürgermeister Ulbricht war entsetzt über das Auftreten der Vertreter und warf ihnen zu Recht „Arroganz“ vor. Die Darstellung der DB kann nur als peinlich bezeichnet werden.

Die Argumente für einen angeblichen Strombedarf der DB zerpflückten die Bürger Punkt für Punkt. Weder ein Streckenausbau noch Geschwindigkeitserhöhungen konnte die DB nachweisen, vielmehr musste sie einräumen, dass die Zahl der Züge rückläufig sei. Die DB konnte den Vorwurf der Bürger nicht ausräumen, dass das eigentliche Ziel der DB darin bestehe, ein eigenes Netz aufzubauen, um als Stromanbieter auf den Markt zu treten. Die Begründung des Energiebedarfes für den Bahnbetrieb scheint nur der Vorwand, um die Trasse mit dem Argument des Allgemeinwohls errichten zu dürfen.

Bürgermeister Dr. Klaus Ulbricht überraschte gemeinsam mit der Bürgerinitiative die Deutsche Bahn mit einem Angebot der BEWAG, den Strom als Erdkabel liefern zu wollen. Damit wäre das Bauvorhaben der DB nicht mehr notwendig. Die Vertreter der Bahn lehnten es zunächst vehement ab, sich in Gespräche mit der BEWAG zu begeben. Auf Druck der Bürger wurden diese dann doch zugesichert. Allerdings ist zu befürchten, dass die DB als Großkunde der BEWAG bereits im Vorfeld auf Managementebene derart Druck ausübt, dass die BEWAG ihr Angebot wieder zurückzieht.

Mit 300 Menschen am ersten Tag, 200 am zweiten und je 100 an den letzten beiden Tagen zeigten die Altglienicker, dass sie bereit sind, um ihren Ort zu kämpfen. Es war schön zu sehen, wie durch alle Generationen die Altglienicker zusammenhielten und sich trotz stundenlangem Stehen am Mikrofon untereinander koordinierten. Man griff den Beitrag des Vorredners auf, setzte noch einen drauf und schaute hinter sich, wer nach einem weitermacht. Ein tolles Teamspiel!

Die Bürgerinitiative hat die Rechtsanwaltskanzlei Schwoerer und Kollegen beauftragt. Falls die Trasse gebaut werden sollte, wird geklagt. Wir bitten alle Altglienicker, sich mit einem Beitrag auf unser Klagekonto zu beteiligen.

Ulf Scharnweber
(Sprecher Bürgerinitiative Altglienicke)

Protokoll liegt zu Einsicht aus.